Nutanix Disaster Recovery – Grundgedanke Replikation (Teil 1)


Eine immer noch sehr große Herausforderung in der herkömmlichen Infrastruktur ist das Thema Disaster Recovery. Faktoren wie schlechte Skalierbarkeit, Flexibilität und Administration, welche grundsätzlich schon sehr beeinträchtigt sind, werden durch eine Replikation in einen Off-Site-Standort noch zunehmend verstärkt.

Abhängigkeiten von LUNs, Raid-Gruppen oder sonstigen hardware-limitierenden Containern, wie wir sie gewohnt sind, gehören mit Nutanix endlich vollkommen der Vergangenheit an. Dabei kommt auch bei diesem hoch komplexen Thema die Firmenphilosophie von Nutanix zu tragen und es wurde eine Lösung geschaffen, welche vollkommen in das Prism Webinterface integriert ist. Diese reine Softwarekomponente ist fester Bestandteil von AOS, es sind keinerlei zusätzlichen Installationen nötig.

Flexibilität und Skalierbarkeit, wie es Nutanix mit einzelnen Clustern bietet, werden dabei keinesfalls beeinflusst. Beide Standorte agieren weiterhin als vollständig unabhängige Cluster und können somit separat skaliert und auch mit verschiedener Hardware ausgerüstet sein.

Schauen wir uns die Funktionsweise einmal im Detail an. Dabei betrachten wir in diesem Artikel ausschließlich die asynchrone Replizierung. Nutanix bietet auch ein Metro-(synchron)Konzept, dies werden wir aber aufgrund der Grundkomplexität eines Metro Mirrors in Kombination mit einem Stretched Cluster in einem zusätzlichen Blog-Artikel beleuchten.

Vor dem Hintergrund der klassischen Infrastruktur beginnen wir mit folgendem Grundgedanken und stellen zwei Standorte mit jeweils identischer Hardware bereit. Standort A hält dabei die aktiven VMs und Standort B dient als Replikationstarget.

Storage Container stellen dabei nur eine logische Hülle dar, Replikationen werden auf Basis von VM-Elementen erstellt, wodurch eine sehr granulare und anwendungsgruppen-basierende Spiegelung eingerichtet werden kann. In den weiteren Schaubildern blenden wir diesen Layer daher zur besseren Übersichtlichkeit aus.

Eine Replikation könnte somit so erfolgen:
VMs werden in unterschiedliche Gruppen (Protection Domains) eingeteilt und können somit an die Anwendung perfekt angepasst werden. Eine dynamische Skalierung dieser Gruppen mit nachträglichem Hinzufügen von zusätzlichen VMs ist im Konzept fest vorgesehen.

Replikationen werden dabei auf Basis von Snapshots erstellt. Diese werden auf dem primären Cluster von der jeweiligen Gruppe erzeugt und anschließend auf die sekundäre Seite repliziert.

Dabei kann jede Gruppe ihre eigenen Einstellungen für Zeitpunkt und Anzahl der Snapshots auf dem jeweiligen Standort besitzen. Unterschiedliche Snapshot-Hierarchien, welche je nach Anwendung gerne gesehen sind, können somit problemlos realisiert werden.

Ebenfalls können VSS-konsistente Snapshots durch die von Nutanix bereitgestellten Guest Tools erstellt werden.

Die aufgezeigten Beispiele entsprechen dabei einem klassischen Aktiv-Passiv-Konzept, wodurch zwangsweise Compute-Ressourcen auf dem sekundären Standort nicht genutzt werden können und somit ein sehr großer Hardware-Verschnitt entsteht.

Auch hier kann Nutanix mit seiner hohen Flexibilität überzeugen und nahezu jedes Replikationskonzept abbilden, denn Cluster können gleichzeitig als Quelle und Target für eine Replikation dienen. Dadurch ergibt sich die Möglichkeit, auf beiden Seiten jeweils einen Teil der VMs aktiv zu betreiben. Dienste, die in sich hochverfügbar sein können – wie Datenbank- , AD- oder Exchangecluster, würden somit sogar ohne Downtime einen Standortausfall verkraften.
Nutanix sind bei Anzahl von Standorten keine Limitierungen gesetzt und ermöglicht so eine Abbildung von komplex verzweigten n:n- oder auch n:1-Szenarien.
Dabei geht Nutanix sogar noch einen Schritt weiter und bietet die einzigartige Möglichkeit, zwischen unterschiedlichen Virtualisierungsplattformen zu replizieren. Verbindungen von VMware ESXi und Acropolis Clustern sind dabei sogar in der Lage, die jeweiligen VMs ohne eine Konvertierung einzuschalten.

Da bei Acropolis keinerlei Lizenzkosten anfallen, ist es beispielweiße möglich, den Recovery Standort oder kleinere Remote Offices, welche nicht auf den kompletten Funktionsumfang von VMware angewiesen sind, mit erheblicher Kostenersparnis zu betreiben und weiterhin vom vollen Disaster-Recovery-Funktionsumfang zu profitieren.

Nutanix kann ebenfalls mit einer Cloud Integration punkten, womit VMs direkt in Richtung Amazon AWS oder Microsoft Azure repliziert werden können. Dabei kann die integrierte WAN-Komprimierung sowohl für Replikationen zwischen Nutanix Clusters als auch für die Cloud zum Einsatz kommen und somit die Replikationsdauer auf langen WAN-Strecken erheblich gesenkt werden.

Egal wie „einfach“ oder komplex Ihre Replikationsstruktur aufgebaut werden muss, mit Nutanix und der SVA haben Sie einen starken Partner an der Hand, welcher nahezu jedes Konzept realisierbar macht.

In den nächsten Teilen werden wir die Konfiguration und diverse Recovery-Mechanismen der angesprochenen Szenarien direkt im Prism Webinterface aufzeigen.

Ist Disaster Recovery für Sie ein Thema?
Gerne helfen wir Ihnen weiter und erstellen mit Ihnen ein praxisbezogenes Konzept.


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